EDVAC

Der EDVAC (Electronic Discrete Variable Automatic Computer) war eine Weiterentwicklung des ENIAC und nach der Von-Neumann-Architektur aufgebaut. Er wurde von John Presper Eckert und John William Mauchly,  die auch schon am ENIAC-Projekt beteiligt waren, entwickelt.  Der wesentliche Unterschied zur ENIAC war, dass sowohl Programme als auch Daten gemeinsam im Hauptspeicher gehalten wurden, und damit Daten und das Programm selber zur Laufzeit veränderbar waren.  Dazu waren die Daten und das Programm binär codiert.  Die EDVAC war ein serieller Computer mit einer Kapazität von 1000 44-Bit-Binärworten. Diese wurde später erweitert auf 1024 was nach heutigen Masstäben ca 5,5 KB entspricht. Es wurde ein Delay-Line Memory verwendet.  Dabei handelt es sich um einen Speicher mit serieller Anbindung und Refresh-Zyklen. Die Informationen welche den Speicher in Form von elektrischen Impulsen erreichten wurden in mechanische Wellen übersetzt die sich relativ langsam durch ein  spezielles Medium fortpflanzten. Dabei handelte es sich z. B. um einen Zylinder mit einer semi-viskosen Flüssigkeit wie Quecksilber oder eine magnetorestriktive Spule oder einen piezoelektrischen Kristall.  Delay Line Memory mit Quecksilber als Medium wurden bei der EDVAC und der UNIVAC I eingeführt.  Bei der EDVAC handelte es sich um eine Duale Speichereinheit mit 2 Sätzen von je 64 akustischen Delay Lines mit Quecksilber als Medium. Jede dieser Delay Lines hatte eine Kapazität von 8 Binärworten.  Weiterhin verfügte die EDVAC über einen akustischen Magnet-Rekorder als Lese-Speicher und ein Kathoden-Röhren-Oszilloskop als Kontrolleinheit, einen Dispatcher der Befehle von der Kontrolleinheit  und dem Speicher empfing und an andere Einheiten weitergab und eine Recheneinheit, die arithmetische Operationen auf einem Zahlenpaar pro Vorgang durchführte,  und das Ergebnis, nach einer Überprüfung auf einer zweiten Recheneinheit, an den Hauptspeicher sendete. Ausserdem war ein Zeitgeber vorhanden und drei zusätzliche Speicher welche je ein Binärwort fassen konnten.  EDVAC verfügte über 6.000 Vakuum-Röhren und 12.000 Dioden, wog ca. 7800 KG und belegte eine Fläche von ca. 45 Quadratmetern. Ungefähr 30 Leute waren notwendig um EDVAC zu bedienen. EDVAC benötigte ca. 865 Mikrosekunden für eine Addition und  2900 Mikrosekunden für eine Multiplikation.  EDVAC wurde 1949 an das Ballistics Research Laboratory geliefert und begann seine volle Einsatzzeit nach einigen Tests im Jahr 1951. Nach einigen Erweiterungen wurde 1958 auch eine Fliesskomma-ALU ergänzt.  1961 wurde EDVAC unrentabel und durch den BRLESC (Ballistic Research Laboratories Electronic Scientific Computer) ersetzt.  Auch die EDVAC wurde mit Berechnungen zum U.S. Nuklearprogramm gefüttert.                         
Siehe auch:    Von-Neumann-Architektur   ENIAC   Harvard-Mark-I   SSEC   JOHNNIAC   UNIVAC   Atanasoff-Berry-Computer   

  Von-Neumann-Architektur

Die Von-Neumann-Architektur (Johann Baron von Neumann, János von Neumann zu Margitta, nach der Emigration in die USA: John von Neumann, 1903 - 1957)  oder der Von-Neumann-Rechner wurde 1946 mit folgenden Eigenschaften definiert: Aufteilung in Recheneinheit, Steuereinheit, interner Speicher und  Peripherie (Ein- und Ausgabeeinheit). Der interne Speicher wird in Informationseinheiten aufgeteilt. Als Rechensystem liegt das Dualsystem zugrunde. Die Befehle und Daten befinden sich im selben Speicher.  Die Speicheradressen sind fortlaufend nummeriert. Befehle werden nacheinander (sequentiell) verarbeitet und können durch Sprünge unterbrochen werden.  Bekannte historische Rechner, die nach der Von-Neumann-Architektur aufgebaut waren sind die IAS-Machine (1951, Institute for Advanced Study, Princeton), der EDVAC (Electronic Discrete Variable Automatic Computer)  oder JOHNNIAC (John-von-Neumann Integrator and Automatic Computer, 1953 - 1966).  John von Neumann beschäftigte sich ausserdem mit der Quanten- und Spieltheorie und war U.S. Regierungsberater im Nuklerarprogramm. Er war auch Mitglied des Target Committee, das 1945 die Ziele für den Atombombenabwurf  in Japan aussuchte. Stanley Kubrick schuf seinen Film "Dr. Seltsam, oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben" in Anspielung an das wissenschaftlich-technische Genie Von-Neumann's.                                           
Siehe auch:    CPU-Architektur   Backus-Naur-Form   Künstliche-Intelligenz   ENIAC   EDVAC   UNIVAC   Harvard-Mark-I