| Harvard-Mark-I | |||||
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Vor über 60 Jahren (1944) wurde IBMs Automatic Sequence Controlled Calculator (ASCC), besser bekannt unter dem Namen Harvard Mark I, offiziell in Betrieb genommen. IBM-Präsident Thomas Watson schenkte den Rechner, dessen Entwicklung 500.000 Dollar gekostet hatte, der Harvard-Universität. Für IBM machte sich die Schenkung bezahlt, konnte die Firma doch - basierend auf den Erfahrungen mit Mark I und den Folgemodellen - den Umbau vom Lochkarten-Systemhaus zum Computerkonzern einleiten. Seine berühmteste Berechnung war wohl die Flugbahn und der Zündzeitpunkt der Atombombe, die am 9. August 1945 Nagasaki traf. Der Harvard Mark I wurde vom Physiker Howard Aiken konstruiert. Programmiert wurde er von Grace Hopper, der ersten weiblichen Programmiererin (Grace Brewster Murray Hopper 1906 - 1992, Konteradmiral der US Navy Reserve) und 2 weiteren Programmierern. Daten des Mark I Der Harvard Mark I ist der erste programmgesteuerte Rechner der USA und wog 35 Tonnen bei Maßen von 16 (Länge) x 2,5 (Höhe) m. Er bestand aus ca. 700.000 Einzelteilen, wobei 3000 Kugellager enthalten waren. Zur Programmierung wurden neben Lochstreifen auch Stecktafeln verwendet. Der Harvard Mark I rechnete am Ende parallel-dezimal mit 72 Addierwerken, die 23 Dezimalstellen hatten. Als Kurzzeitspeicher dienten Relaisketten, die Ausgabe erfolgte über Lochkarten und elektronische Schreibmaschinen. Der Mark I war ein elektromechanischer Rechner und benötigte einige Sekunden für eine Operation: Multiplikation: 5 bis 6 Sekunden, Division: 10 bis 11 Sekunden, Addition: unter 0,5 Sekunden. Der Mark I rechnete im Dezimalsystem statt dem Binärsystem und war insgesamt langsamer als der fast 3 Jahre ältere Z3: jedoch konnte der Mark I rund um die Uhr im Betrieb sein. Der Mark I und ähnliche Rechner besassen kein Betriebssystem im heutigen Sinne, da ihr Einsatzgebiet sehr beschränkt war. Im Jahre 1947 irrte sich Howard Aiken gründlich: "Only six electronic digital computers will be required to satisfy the computing needs of the entire United States." Auch der Mark II und der UNIVAC I wurde von Grace Hopper programmiert. Sie entwickelte 1952 auch den ersten Compiler (A-0) für die Sperry Corporation. Dieser Compiler war der Wegbereiter für FLOW-MATIC und dessen Compiler und den höher strukturierten Hochsprachen. So diente dies als wesentliche Vorleistung für COBOL, an dessen Entwicklung Hopper auch beteiligt war (Grandma COBOL). |
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| Siehe auch: Grace-Hopper ENIAC EDVAC SSEC UNIVAC Transistor ALU Cobol Compiler Atanasoff-Berry-Computer | |||||
| Grace-Hopper | |||||
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Grace Brewster Murray Hopper (geb. 1906 in New York City - gest. 01.01.1992 in Arlington, VA) war die erste weibliche Programmiererin. Ada Byron hatte zwar schon Vorarbeit geleistet, konnte jedoch nie an einem funktionierenden Computer im heutigen Sinne arbeiten. Grace Hopper studierte am Vassar College sowie an der Yale University Mathematik und Physik. Sie kehrte ans Vassar College als Mathematik Dozentin zurück und wurde Associate Professor. In Yale promovierte sie währenddessen. Ab 1944 war sie bei der US Navy angestellt und begann mit dem Harvard Mark I zu arbeiten. Danach leitete sie das Entwicklungsprojekt des Mark II. Ab 1946 wechselte sie in die Forschungsabteilung für Computer der Harvard University und wurde ab 1949 bei der Eckert Mauchly Computer Company (EMCC) beschäftigt. J. Presper Eckert und John W. Mauchly gehörten zum Entwicklungsteam des ENIAC sowie des EDVAC. Später entwickelten sie mit ihrer Firma EMCC den UNIVAC I. EMCC wurde wegen finanziellen Schwierigkeiten Anfang der 50er Jahre von Remington Rand übernommen und unter der Bezeichnung UNIVAC als eigener Geschäftszweig eingegliedert. So wurde der Mark II und der UNIVAC I auch von Grace Hopper mitentwickelt und programmiert. Sie entwickelte 1952 auch den ersten Compiler (A-0) für die Sperry Corporation. Dieser Compiler war der Wegbereiter für FLOW-MATIC und dessen Compiler und den strukturierten Hochsprachen. So diente dies als wesentliche Vorleistung für COBOL, an dessen Entwicklung Hopper auch beteiligt war (Grandma COBOL). Grace Hopper arbeitet dann auch bis 1971 bei der UNIVAC-Sparte von Remington Rand bzw. nach dem Aufkauf von Remington Rand 1955 von der Sperry Corporation bei Sperry Rand. Nachdem sie 1966 eigentlich schon im Ruhestand war, wurde sie 1967 von der US Navy "reaktiviert" um einige Computerprobleme zu lösen. Aufgrund ihres Arbeitseifers, ihres Fachwissens und ihres Interesses für die Materie wurde sie erst 1986 von der US Navy in Rente geschickt. Als erste Frau bekleidete sie den Rang eines Konteradmirals der US Navy Reserve. Bis 1988 war sie als Beraterin der Digital Equipment Corporation (DEC) tätig. Sie erhielt viele Auszeichnungen als Ehrendoktor und wurde 1969 mit dem "Man of the Year"-Award der Data Processing Management Association ausgezeichnet. Als erste Frau erhielt sie 1991 die National Medal of Technology und einige Auszeichnungen der US Streitkräfte. Von der British Computer Society wurde sie als erste Frau zum "Distinguished Fellow" erhoben. Der US Zerstörer "USS Hopper" wurde nach ihr benannt und der Grace Murray Hopper Award von der Association for Computing Machinery (ACM) ins Leben gerufen. Preisträger sind u.a. Steve Wozniak, Robert Metcalfe, Bill Joy, Bjarne Stroustrup, Shafrira Goldwasser, Richard Stallman, George Necula (Proof-Carrying Code), Wen-mei-Hwu (IMPACT-Compiler-Infrastruktur), Stephen W. Keckler oder Jennifer Rexford. |
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| Siehe auch: Harvard-Mark-I UNIVAC ADA Charles-Babbage ENIAC EDVAC Compiler | |||||