Steve-Case

Steve Case wurde 1958 in Honolulu geboren. Von Kindesbeinen an war Steve Case schon geschäftstüchtig. So eröffnete Steve mit seinem Bruder bereits mit 6 Jahren einen Limostand am Strassenrand. Auch während seines Politik-Studium  betätigte er sich erfolgreich als Unternehmer.

Control Video
Nach seinem Studium (1983) fing er bei einem Vertriebsunternehmen für Videospiele in Virginia namens Control Video Corporation (CVC) an. Control Video bot Atari Spiele an, die per Modem  heruntergeladen werden konnten (Gameline für die Atari 2600 Konsole). CVC wurde von William von Meister gegründet und war historisch betrachtet der erste Vorgänger von AOL.

Quantum Computer Services
Nachdem die Firma  fast Konkurs anmelden musste wurde das Geschäftsmodell und der Name geändert: Quantum Computer Services bot ab 1985 das Bulletin Board System (BBS) für den Commodore 64 und Commodore 128 an. BBS ist eine Mailbox die per DFÜ übertragen wird.  Die treibenden Kräfte bei Quantum Computer Services waren Jim Kimsey, ein Consultant und der Investor Frank Caufield. Steve Case, der als Marketing Manager einstieg, wurde schnell Vice-President für Marketing und Exectutive Vice President (1987)  sowie CEO (1991), als Kimsey in Rente ging.

Q-Link
Der BBS-Online Dienst wurde ursprünglich Q-Link (Quantum Link) genannt: er war spezialisiert auf Commodore Computer und verwendete das  Betriebssystem GEOS (Graphic Environment Operating System). GEOS wurde vor allem von den Commodore Homecomputern C64, C128 und C16 verwendet. Der BBS-Dienst wurde mit einer GUI aufgewertet.  Quantum Link wurde mit der Online Service Software von PlayNet Inc. vertrieben. Q-Link offerierte neben einem E-Mail Dienst auch Dienste für File-Sharing, Online-Spiele, Online-Chat, Online Nachrichten und Instant Messaging.  1988 entwickelten Quantum Computer Services und Apple einen ähnlichen Online Dienst für Apple Computer: AppleLink. 1988 wurde auch PC Link für IBM-kompatible PC in Kooperation mit der Tandy Corp. gestartet.

AOL
Nachdem Quantum und Apple sich trennten  wurde der Online Dienst von Quantum (Q-Link) 1989 in America Online (AOL) umbenannt.  Der AOL-Dienst vertrieb viele Online Spiele, darunter auch MMORPG Spiele wie Neverwinter Nights (1991-1997) aus der Dungeons & Dragons Serie, das erste Chat-Raum textbasierte Rollenspiel Black  Bayou (1996-2004) oder Quantum Space (1989-1991), das erste vollautomatische E-Mail Spiel (Play by E-Mail, für rundenbasierende Mehrspieler Spiele).  1991 führte Quantum AOL für DOS ein. AOL für DOS nutzt eine GeoWorks Schnittstelle. 1991 wurde Quantum Computer Services in AOL umbenannt.  Als sich 1993 das Ende der Commodore Ära anbahnte, bot man den Q-Link Abonnenten den AOL-Online Dienst an.  Es folgte AOL für Windows und AOL für Macintosh sowie viele weitere AOL Versionen. Q-Link und PC Link wurden 1994 eingestellt. 1994 hatte AOL bereits 4 Millionen Kunden.

Übernahmen und Fusionen
Es folgte die Übernahme  des Online Geschäfts von CompuServe (1997). Bei diesem Dreieck-Deal kaufte WorldCom für 1,2 Milliarden Dollar CompuServe auf und sicherte sich die Infrastruktur von CompuServe, gab aber  den Online Dienst von CompuServe und 175 Millionen Dollar an AOL ab. AOL gab im Gegenzug sein Datennetz ANS Communications an WorldCom ab. Dadurch gewann AOL 2,6 Millionen Online Kunden von CompuServe hinzu.  AOL Deutschland wurde 1995 als Joint Venture zwischen AOL Europe und der Bertelsmann AG gegründet. Bei dem WorldCom Deal zahlte Bertelsmann 75 Millionen Dollar an AOL für die CompuServe Fillialen in Europa, da diese in den AOL-Bertelsmann Konzern  übergingen. 1998 erfolge die Übernahme von Netscape Communications Corp.

AOL Time Warner
AOL fusionierte 2000 mit Time Warner. Bis zum Jahr 2003 war Steve Case CEO von AOL Time Warner.  Steve Case gründete 2005 die Firma "Revolution". Revolution will dem Wandel auf den Märkten und  den geänderten Konsumenten-Bedürfnissen gerecht werden und bietet den Kunden mehr Kontrolle, Auswahl und Komfort in vielen Aspekten des Lebens.  2005 stieg Google mit einer Milliarde Dollar bei AOL ein. AOL Deutschland wurde 2006 für 863 Millionen Dollar an Telecom Italia verkauft. Das AOL ISP Geschäft in Deutschland wird somit von der HanseNet (Alice) übernommen,  dessen Eigentümer die Telecom Italia ist. Steve Case legt sein Amt als Mitglied des Board of Directors bei AOL Time Warner nieder und verlässt AOL, bleibt aber ein grosser Aktionär von AOL Time Warner. Steve Case gründete 1997  zusammen mit seiner Frau Jean die Case Foundation, eine Stiftung, die sich um soziale Probleme kümmert.  AOL United Kingdom wurde 2006 für 688 Millionen Dollar an The Carphone Warehouse Group PLC verkauft.  AOL gehört heute mit über 30 Millionen Kunden zu den grössten Online Anbietern.       
Siehe auch:    Modem   Browser   MMPOG   Computer-Rollenspiel   E-Mail   Apple   Gateway   ISP   Google   Chat