Betriebssysteme

Unter Betriebssystem versteht man alle Programme, die benötigt werden, um mit einer EDV-Anlage arbeiten zu können. Das Betriebssystem ist also notwendig, um einen Computer überhaupt erst funktionsfähig zu machen.  Es verwaltet alle angeschlossenen (Peripherie-)Geräte, Programme und Verzeichnisstrukturen. Das Betriebssystem steuert die Ressourcen- und Prozessverwaltung, die Ein-/Ausgabesteuerung sowie die grafische Benutzeroberfläche und das Dateisystem.  Frühe Rechner wie der Harvard Mark I oder ENIAC hatten kein Betriebssystem, da sie nur über ein sehr eingegrenztes Einsatzgebiet verfügten. Betriebssysteme wurden für jede Modellreihe entwickelt und eingesetzt; mit OS/360 für  die Modellreihe System 360 von IBM wurde 1964 das erste modellübergreifende Betriebssystem vorgestellt. Ab 1963 wurde Multics (Multiplexed Information and Computing Service) von verschiedenen Firmen (General Electrics, MIT, Bell Labs, AT&T) entwickelt.  Multics war in PL/1 programmiert und diente als Vorbild für Unix.   

Arten von Betriebssystemen
Arten von Betriebssystemen sind: Single User-, Multi User- und Multitasking-Betriebssysteme. Beispiele für Betriebssysteme sind: Windows Vista von Microsoft, Mac OS X oder Leopard (Mac OS X 10.5) von Apple,  Unix und Unixderivate (HP-UX (Hewlett-Packard), AIX (IBM), Solaris (Sun Microsystems), IRIX (Silicon Graphics), DG-UX (Data General)), die Linux Distributionen, FreeBSD, BeOS von Be Inc., Zeta, OS/2 von IBM (und Microsoft).  Es existieren noch weitere UNIX-Ableger die von der AT&T Linie her abstammen: UNIX System V und Tru64 UNIX. Tru64 UNIX ist eine kommerzielle UNIX-Version die auf dem Mach Mikrokernel basiert und die 64-Bit Alpha Mikroprozessor Architektur  (DEC) unterstützt. Tru64 UNIX wurde als OSF/1 (Open Software Foundation) gestartet und hiess zwischenzeitlich Digital Unix (Dunix).

GNU-Projekt 
Das von der Free Software Foundation (FSF) und Richard Stallman im Rahmen des GNU Projektes entwickelte freie Betriebssystem GNU (GNU is not UNIX) basiert ebenfalls auf dem Mach Mikrokernel und den dazugehörigen Diensten (Hurd).  GNU soll eine freie und vollwertige Alternative zu UNIX werden.

ReactOS
Ein weiteres neues Betriebssystem, das kompatibel für Windows Programme sein soll, befindet sich in der  Entwicklung: ReactOS. ReactOS ist ein freies Betriebssystem unter der GNU GPL, das von mehreren geografisch verstreuten Entwicklern  programmiert wird.                               
Siehe auch:    windows   unix   BSD   Solaris   Fedora-Core   Mikrokernel   Mach-Mikrokernel   PL-1   GNU-Projekt   Mac-OS-X


  Es wurden weitere Begriffe gefunden:


  ReactOS

ReactOS (React Operating System: bedeutet eine Reaktion auf Microsoft Betriebssysteme) ist ein Open Source Softwareprojekt zur Entwicklung des Betriebssystems ReactOS. ReactOS ist kompatibel zu Microsoft NT 4.0, 2000, XP und Vista und deren Treiber.  Unter ReactOS sollen Windows Programme ausführbar sein. Lizenziert ist es unter der GPL. Eine Zusammenarbeit mit dem WINE Projekt findet statt, jedoch wird Linux + WINE nicht als vollständiger Ersatz für Windows gesehen.  Die Motive für die Entwicklung von ReactOS liegen in der Absicht, eine Alternative für Microsofts NT-Betriebssysteme herzustellen. Linux bietet diese Alternative  in mancher Hinsicht (Open Source, frei verfügbar, UNIX Eigenschaften, Entwickler Community sowie genügend Anwendungen und Tools, GNU/GPL Lizenz), ist jedoch nicht für alle Anwender geeignet, da viele auf die Windows Eigenschaften  bezüglich der leichteren Erlernbarkeit und Bedienbarkeit und des umfassenden Angebotes an Treibern und Software nicht verzichten wollen.  Windows ist nicht quelloffen und kann daher ausserhalb von Microsoft kaum verbessert werden. ReactOS ist kompatibel zu Windows NT 4.0. Da Windows 2000, XP und Vista sich intern als NT 5.0, NT 5.1 bzw. NT 6.0 verstehen  werden in ReactOS Erweiterungen und Features die die Kompatibilität gewährleisten verfügbar sein.

Mikrokernel-Architektur
NT 4.0 ist laut Definition von Microsoft ein modifizierter Mikrokernel,  der Eigenschaften der Mikrokernel- Architektur mit denen eines mehrschichtigen Betriebssystems kombiniert. ReactOS ist modular und mehrschichtig, und vertritt die Philosophie,  dass ein geringer Anteil von Eigenschaften einer Mikrokernel-Architektur es nicht rechtfertigen, ReactOS als einen kombinierten Mikrokernel zu bezeichnen.

Ausführungsschicht und geschützte Subsysteme 
Die unterste Schicht von ReactOS ist die Ausführungsschicht (Executive). In der Ausführungsschicht befindet sich jeglicher Programmcode der im Kernelmodus läuft.  Zur Ausführungsschicht gehören der Kernel, die Gerätetreiber, die Hardware-abstrahierende Schicht (Hardware Abstraction Layer, HAL) und die Systemdienste inklusive des Win32-Subsystems.  Über der Ausführungsschicht liegen die geschützten Subsysteme. Diese erlauben einigen virtuellen Betriebsystemen auf der Ausführungsschicht von ReactOS aufzusetzen. Dazu gehören POSIX-konforme Betriebssysteme  oder OS/2. Bei den Gerätetreibern soll das Teibermodell von Windows NT 4.0 umgesetzt werden. Auch die Implementierung des Windows Driver Model (WDM) ist geplant. Die HAL ermöglicht dem ReactOS-Kernel auf verschiedenen x86-Architekturen zu laufen.                                 
Siehe auch:    windows   GPL   GNU   Open-Source   WINE   Mikrokernel   Mach-Mikrokernel   Kernel   POSIX   HAL
Link: http://www.reactos.org


  Solaris

Solaris (ehemals SunOS) ist ein Betriebssystem von Sun Microsystems. Es handelt sich um eine UNIX- Implementierung. Ursprünglich war das SunOS auf Grundlage von BSD entwickelt worden und diente Sun als hauseigenes  OS für Server und Workstations. Ab SunOS wurde es auf Basis der UNIX-System-V Familie neu aufgesetzt und in Solaris umbenannt.  Ab Version SunOS 2 wurde das Virtual File System (VFS) und das NFS-Protokoll (Network File System) eingeführt.  Ab Solaris 10 erfolgte die Offenlegung grosser Teile des Source-Codes und die Freigabe als kostenloser Download (OpenSolaris) unter der Common Development and Distribution License (CDDL), einer Open Source Lizenz von Sun.  Mit der Version 7 (SunOS 5.7) kam die  64-Bit-Unterstützung auf UltraSPARC CPUs und für Intel Prozessoren. Die aktuelle Version ist Solaris 10 (SunOS 5.10, seit 2004).  Sun Microsystems beherrschte mit den Workstations SPARCstation und SPARCserver i.V.m. Solaris lange Zeit den Markt für UNIX-Workstations.                                             
Siehe auch:    Sun-Microsystems   SPARC   NFS   ZFS   Workstation   linux   POSIX   BSD   Blade-Server   LISP-Maschine
Link: http://www.oracle.com/us/sun/index.htm


  Mac-OS

Macintosh Operating System. Betriebssystem für Apple Macintosh Rechner. Mac OS verfügt über eine grafische Benutzeroberfläche. Mac OS war das erste Betriebssystem, welches mit der Maus bedienbar war. Damals auch neue Elemente:  grafische Menüsteuerung und Drag & Drop.  Die letzte Version ist 9.2.2 . Der Name Mac OS wurde jedoch erst ab Version 7.6 verwendet, vorher hiess das Betriebssystem "System". Nachfolger von Mac OS ist Mac OS X.                                                     
Siehe auch:    Apple   Mac-OS-X   Mac-OS-X-Server   BSD   linux   KDE   GNOME   GUI   Solaris   windows

  Banyan-Vine

Banyan Vine ist ein verteiltes Netzwerkbetriebssystem, welches auf einem proprietären Protokoll basiert. Es kam 1984 auf den Markt und fand bis in die 1990er Jahre eine gewisse Verbreitung. Banyan Vine unterstützt  diverse Plattformen und Kommunikationsverfahren in LANs oder WANs. Es wird eine Client-Server-Architektur implementiert, in der ein oder mehrere Server Dienste für Clients zur Verfügung stellen.                                                       
Siehe auch:    BSD   LAN   WAN   Client   Server   protokoll   OSI-Schichtenmodell   

  Novell-Netware

Novell Netware ist ein 1983 von Novell vorgestelltes, netzwerkbasierendes Betriebssystem. Es unterstützte anfangs nur das von Novell selbst entwickelte IPX/SPX Protokoll  und diente im Mehrbenutzerbetrieb als Print- und Fileserver. Novell Netware wurde stetig weiterentwickelt, so dass es auch in späteren Versionen das TCP/IP Protokoll sowie web-basierende Anwendungen unterstützt.                                                       
Siehe auch:    IPX-SPX   TCP-IP   NetBIOS   NetBEUI   Banyan-Vine   netzwerk   NFS   openSuSE   

  OS-2

Operating System 2. OS/2 wurde 1988 von IBM in Zusammenarbeit mit Microsoft entwickelt. Es ist multitaskingfähig und verfügt über eine GUI. Heute liegt es in der Version 4.0 Warp oder Merlin vor.                                                         
Siehe auch:    GUI   Task   Microsoft   

  Zeta

Zeta ist ein Betriebssystem der Firma YellowTab (2003). Ursprünglich von Be Incorporated als BeOS entwickelt, wird es von yellowTab als Zeta weiterentwickelt. BeOS war in Version 5 erhältlich, Zeta ist der sechste Buchstabe des griechischen Alphabetes.  Zeta läuft auch auf Rechnern mit wenig Ressourcen, wie ein Pentium -1- System , stabil. Als Software wird eingesetzt: Mozilla Firefox als Browser, ein Office Paket liegt bei, Champion als Media Player und ein E-Mail Programm.  Zeta ist SMP-, Multitasking- und Multithreadingfähig. Als Dateisystem kommt BFS (Be File System) zum Einsatz.  Auf FAT16- und FAT32-, NTFS-,ext2- , ReiserFS- und HFS-Partitionen kann zugegriffen werden. Zeta hält sich an den POSIX-Standard.                                                   
Siehe auch:    FAT   NTFS   POSIX   unix   windows   Multitasking   

  VMS

Virtual Memory System. VMS ist seit 1978 ein multi-user- und multi-taskingfähiges Betriebssystem, das für die VAX von DEC entwickelt wurde. VMS gilt als stabiler als UNIX. Clustering-Technologien wurden sehr früh auf VMS implementiert. VMS wird  noch heutzutage bei Anwendungen eingesetzt, bei denen es auf eine geringe Ausfallrate ankommt. Heute heisst es OpenVMS und erfreut sich einer grossen Community. OpenVMS läuft auch unter 64-Bit Alpha- Rechnern. Digital Equipment wurde 1998 von Compaq  aufgekauft und Compaq wurde 2002 von Hewlett Packard übernommen. Die neueste Version ist OpenVMS 8.2 für Alpha- und Itanium-Server. OpenVMS ist clusteringfähig für gemischte Cluster zwischen Alpha-, VAX- und Itanium-II-Systemen.  Weiterhin soll OpenVMS auf Intel-IA-64 Systeme portiert werden. Praktische Anwendung für OpenVMS sind beispielsweise SMS-Center der Mobilfunkkonzerne oder Börsensysteme. Nicht-kommerzielle Nutzer können kostenlose Lizenzen für OpenVMS erwerben.  Mit SIMH des Computer History Simulation Project kann ein VAX-System auch emuliert werden.                                                 
Siehe auch:    VAX   Multiuser   Multitasking   Server   DEC   Alpha-Prozessor   
Link: http://www.openvms.org