ABAP

Wirtschaftsbetriebe, die aufgrund ihrer spezialisierten Produktionsvorgänge keine Standardsoftware nutzen können, müssen oft kostenintensive Individualsoftware einsetzen.  Diese Individualsoftware wird genau auf die Anforderungen des Betriebes zugeschnitten. Dadurch können alle Arbeitsabläufe optimal ohne Umstellung der Arbeitsweisen unterstützt werden.  Zur Entwicklung von zum Beispiel betriebswirtschaftlichen SAP-R/3-Anwendungen wird die  Programmiersprache Advanced Business Application Programming (Fortgeschrittene Programmierung für Geschäftsanwendungen) verwendet.  Meist werden Module von bereits vorhandenen Standard-Softwarelösungen mit individuellen Softwarelösungen kombiniert und auf das Unternehmen zugeschnitten (z. B. Data-Warehouse-Lösung). 
Die ursprüngliche Bezeichnung von ABAP ist: Allgemeiner Berichts-Anwendungs-Prozessor. ABAP wurde von Klaus Tschira, einem der SAP-Gründerväter, entwickelt.  Mit ABAP wurden Makros erstellt, welche als Berichtsgeneratoren automatisierte Auswertungen von Unternehmensdaten ermöglichten. Dynpros ermöglichen die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine  durch sog. Bildschirmmasken.  Heute ist ABAP/4 eine 4GL-Entwicklersprache (4th Generation Language) mit der das System R/3 auch entwickelt wird.                                         
Siehe auch:    SAP   Stammdaten   BAPI   Data-Warehouse   CRM   ERP   OLAP   Data-Mining   Java   Duet

  RFC

In der SAP Software bezeichnet RFC den Remote Function Call. Damit werden Funktionsbausteine innerhalb von SAP R/3 aufgerufen. Dadurch wird es externen Subsystemen ermöglicht, Daten in ein SAP-System hinein oder aus einem SAP-System  hinaus zu transportieren. Aus technischer Sicht handelt es sich um einen Remote Procedure Call.

RFC-Schnittstellen 
Wenn die reine Übertragung von Daten nicht ausreicht, sondern z.B. ganze Funktionen auf einem anderen Rechner ausgeführt werden sollen,  stellt die SAP-Welt für diesen Zweck RFC-Schnittstellen zur Verfügung, die in speziellen RFC-Funktionsbausteinen realisiert werden.  Diese Technik spielt heute immer noch eine wesentliche Rolle und könnte sich erst in den nächsten Jahren ändern, wenn sich die Webservice-Technologie  auch im SAP-Umfeld durchsetzen sollte.                                               
Siehe auch:    SAP   TCP-IP   RPC   ABAP   BAPI   Web-Service   IDoc   Legacy-System-Migration-Workbench   SAP-DXWB   

  CRM

Customer Relationship Management. Bezeichnet die Handhabung der Beziehung zum Kunden. Es gibt spezielle Software (CRM-System), die dieses wichtige Unterfangen unterstützt. Es werden Marketingmassnahmen unterstützt, Kontakte in Datenbanken mit  wichtigen Kundeninformationen gepflegt und die Kommunikation mit der Kundschaft unterstützt und gepflegt.  Besonders häufig werden diese für die erwähnte Kundendatengewinnung eingesetzt. Wichtige Kundendaten werden zunächst in einem Data-Warehouse gesammelt.  Später sind diese mit einer CRM-Software jederzeit nach ganz bestimmten Sachverhalten abrufbar. Dazu wird die CRM Lösung mit dem Marketing- und Vertriebsbereich  verknüpft. Ziel ist es, zu den Kunden eine persönliche Beziehung aufzubauen, die es erlaubt, auch auf individuelle Kundenwünsche einzugehen  und entsprechend den Umsatz zu steigern. Damit findet die Nutzung verschiedener Kommunikationsmittel auch in der Wirtschaft einen festen Platz.  Neben der Kundenakquisition werden das Key-Account-Management, die Kundenbindung und die Kundenrückgewinnung unterstützt. Manche CRM-Systeme bieten auch die Möglichkeit der Leadgenerierung. 

Komponenten eines CRM-Systemes sind: 

Analyse:
Kunden- und Transaktionsdatenanalyse durch Multivariate Analysen, Business-Intelligence und Data-Mining. 

Operative Umsetzung:
Kundenbewertungen, Marktsegmentierung, Cross-Selling 

Kundenkommunikation:
Bereitstellung zu der Situation und dem Anliegen passenden Infomaterials. 

Wege zur Kundenkommunikation:
E-Mail, Telefon, SMS, E-Business, Call-Center, persönlicher Besuch, Einladung zur Firma oder zum Firmenevent, Versand von Infomaterial 

Integration der Massnahmen innerhalb eines Konzerns:
gemeinsames Pricing, Rabatte, Optimierung der Vertriebskanäle, Zielgruppenfokussierung 

In Verbindung mit Software as a Service bietet z.B. Salesforce.com CRM-Lösungen an, speziell für gemeinnützige Organisationen sind diese sogar kostenlos.
                               
Siehe auch:    ERP   Data-Warehouse   Data-Mining   SAP   OLAP   Stammdaten   DEÜV-Meldung   Warenwirtschaftssystem   Cloud-Computing   

  ERP

Zur Abbildung der Warenströme innerhalb eines Betriebes gibt es Standard-Softwarelösungen für die Warenwirtschaft, wie beispielsweise Enterprise Resource Planning, über die die gesamte  Ressourcenplanung eines Unternehmens abgewickelt werden kann. Diese Warenwirtschaftssysteme und andere Software-Lösungen können mit individuellen Modulen erweitert werden,  um die interne Disposition und Logistik, die automatisierte Buchhaltung, Factoring und Rechnungsschreibung zeit- und kostenoptimiert zu gestalten.  All diese Systeme benötigen stets eine gut  gepflegte Datenbank, die alle Stammdaten (Warenartikel) und Bewegungsdaten (An- und Verkäufe) in ihrer Gesamtheit beinhalten.     
Bei Enterprise Resource Planning handelt es sich im Speziellen um eine Software, die die gesamte Ressourcenplanung eines Unternehmens bewerkstelligt. Dies gelingt mit Workflowmanagement. ERP-Systeme bilden weitesgehend die Geschäftsprozesse ab.  Die Idee der ERP-Systeme geht auf das Material Requirement Planning und Manufacturing Ressource Planning zurück. Dabei werden die Produktion, die Finanzen und das Rechnungswesen, die Personalwirtschaft, der Vertrieb, die Beschaffung,  die Bestellwirtschaft, Forschung und Entwicklung, das Controlling, die Lagerhaltung und Logistik sowie die Stammdatenverwaltung miteinander verbunden. Unterschiede bei ERP-Systemen gibt es in der Ausrichtung auf die Grösse des  Unternehmens, der Skalierbarkeit, der Ausrichtung auf eine Branche und den eingesetzten Technologien (Datenbanken, Programmiersprachen, unterstützte Betriebssysteme). Im Aufkommen sind auch webbasierte Systeme.  ERP-II Systeme gehen über die unternehmensinternen Grenzen hinweg und beinhalten den Kerngedanken der Serviceorientierten Architekturen (SOA). Grössere ERP-Systeme sind in der Lage, einen ganzen Konzern mit seinen Tochterunternehmen oder  verbundenen Unternehmen abzubilden. Dies wird erreicht durch die Einrichtung von Mandanten. Standardsoftware ist darauf ausgerichtet, branchenspezifische Gegebenheiten realitätstreu abzubilden. Durch das Customizing (Einstellen von Parametern) können  individuelle Einstellungen vorgenommen werden. Kommerzielle ERP-Systeme werden angeboten von SAP (System R/3), ORACLE (E-Business Suite), J.D. Edwards, Navision  (Dynamics NAV, gekauft von Microsoft), Microsoft (MS Dynamics AX), PeopleSoft (von ORACLE übernommen), Sage, Baan (wurde von Infor Global Solution übernommen) u.a. SAP ist Marktführer gefolgt von ORACLE,  PeopleSoft, Sage und Microsoft.  Freie ERP-Systeme sind teilweise Open Source. Die Anbieter erbringen dafür kostenpflichtige Dienste. Freie ERP-Software ist technisch durchaus konkurrenzfähig und kommt mit einem viel niedrigerem Investitionsvolumen aus.  Weiterhin kann sie sehr gut an die individuellen Unternehmensbedürfnisse angepasst werden. Anbieter sind: Compiere, IntarS, AvERP, ERP5, LxOffice, Openbravo, SQL-Ledger, project-open oder webERP, ein webbasiertes ERP-System.                       
Siehe auch:    CRM   Data-Warehouse   SAP   Data-Mining   Stammdaten   SAP-Exchange-Infrastructure   SAP-Web-Application-Server   Mandant   OLAP   Web-Service

  Data-Warehouse

Das Data Warehouse umfasst alle Informationen einer Organisation. Alle Datenbanken und verfügbares Wissen werden in einem Data-Warehouse-System zusammengefasst. 

Management Informationssystem
Durch ein Management Informationssystem können diese Daten auf verschiedenen  Verwaltungsebenen verarbeitet werden. Durch das Data-Warehouse-System sollen die vorhandenen Informationen, welche oft in unstrukturierter Form vorliegen, aufbereitet werden, so dass neues Wissen entsteht. 

Integration und Separation
Im Data Warehouse Konzept werden Daten zentral gehalten, meist in einer Datenbank und unter den zentralen Motiven Integration und Separation aufbereitet.  Durch die Integration soll eine Unternehmens-umfassende, einheitliche Sicht auf alle Quelldaten ermöglicht werden.  Diese Quelldaten sind physisch in verteilten Datenbanken, auf unterschiedlichen Datenträgern und in unterschiedlicher Strukturierung vorhanden.  Bei der Datenseparation sollen Daten, welche für das operative Geschäft benötigt werden, separiert und nach betriebswirtschaftlichen Kriterien ausgewertet werden (Decision Support, Controlling, Finanz- und Marketing-Analysen).  Das Data Warehouse Konzept wird auch in den Bereich der Führungsinformationssysteme (Executive Information System (EIS) und der Entscheidungsunterstützungssysteme (Decision Support System (DSS)) eingeordnet. 

ETL-Prozess, Data Warehouse System und Real-Time-Data-Warehousing
Das Data Warehouse ist ein zentraler Bestandteil des Data Warehouse Systems: im Data Warehouse werden  Daten durch den ETL-Prozess (Extract, Transform, Load) aus verschiedenen Quellen gewonnen, bereinigt bzw. nach ihrem Verwendungszweck hin aufbereitet, in das Format und Schema der Zieldatenbank  transformiert und standardisiert und in die Zieldatenbank eingefügt. Dieser ETL-Prozess kann periodisch durchgeführt werden, und erlaubt eine Analyse über einen längeren  Vergangenheitszeitraum, oder in Real-Time: einem Trend der sich in verschiedenen Branchen abzeichnet: Real-Time-Data-Warehousing. 

Grundlage für OLAP und OLAP Cube
Die Datenbestände im Data Warehouse können als Grundlage für OLAP (Online Analytical Processing) und OLAP Würfel herangezogen werden. Mit OLAP Würfeln (OLAP Cube)  wird eine Zusammenfassung der Daten für betriebswirtschaftliche Analysen erstellt, indem die Daten in mehrdimensionalen Würfeln bzw. Matrizen angeordnet werden. Die Dimensionen des Würfels werden mit den Datenausprägungen besetzt. 

Data Mart
Durch die Data Marts werden Kopien der Teilansichten der Daten erstellt: diese umfassen einen Teilbereich der Daten welche als Input für eine bestimmte  weiterverarbeitende Anwendung dient oder als Sicht für einen bestimmten Unternehmensbereich verwendet wird. Durch das Arbeiten mit Kopien anstatt Sichten  ergeben sich mehrere Vorteile: bessere Performance, Unabhängigkeit, eigene und spezielle OLAP-Analysen sind möglich und ein gewisser Zugriffsschutz. 

Bill Inmon
Als Begründer des Data Warehouse Konzepts gilt Bill Inmon, 1992 bei IBM.                       
Siehe auch:    OLAP   Data-Mining   CRM   ERP   Stammdaten   Repository   datenbank   SAP   IBM   UML

  OLAP

Online Analytical Processing. Es handelt sich um ein analytisches Informationssystem. OLAP Systeme leisten durch eine mehrdimensionale Speicherung etwas, was mit herkömmlichen relationalen Datenbanken nicht möglich ist. Eine multidimensionale,  konzeptionelle Sicht auf die Daten ermöglicht es beispielsweise, Produktumsätze von mehreren Produkten in allen Quartalen miteinander zu vergleichen. Die Daten bezieht OLAP aus den operationalen Datenbeständen  eines Unternehmens oder aus dem Data-Warehouse. Die zugrundeliegende Struktur ist ein OLAP Cube, ein mehrdimensionaler Würfel, welcher die Daten beschreibt  und den Zugriff auf diese ermöglicht. Dieser Cube wird aus der operationalen Datenbank erstellt. Er ist nach dem Star Schema aufgebaut,  eine sternförmige Tabelle mit einer Faktentabelle im Zentrum, um die sich mehrere Dimensionstabellen anordnen. Neben OLAP gibt es noch weitere analytische Informationssysteme: Data-Mining, Text-Mining und Web-Mining.                                                 
Siehe auch:    Data-Warehouse   Data-Mining   SAP   Google   CRM   ERP   datenbank   Referentielle-Integrität   CASE   UML

  Data-Mining

Mit Hilfe des Data Minings kann man versteckte Zusammenhänge in Datenbanken systematisch entdecken und extrahieren.                                                         
Siehe auch:    OLAP   Data-Warehouse   SAP   Google   

  BAPI

Business Application Programming Interface. BAPI ist eine standardisierte Schnittstelle zu SAP Objekten. BAPIs ermöglichen es externen Programmen, auf Daten und Objekte von SAP R/3 zuzugreifen.  BAPIs sind insbesondere standardisierte Methoden der SAP-Business-Objekte, die Kunden und Fremdanbietern die Integration ihrer Softwarekomponenten  mit dem System R/3 und dem Business Framework ermöglichen.  BAPIs bieten Zugriff auf die R/3-Daten und -Prozesse. Hierbei folgen sie einem objektorientierten Programmierungsmodell.  BAPIs können mit Hilfe objektorientierter Schnittstellentechnologien, wie z. B. COM/DCOM, aufgerufen werden und  ermöglichen auf diese Weise die freie Interaktion der Softwarekomponenten von SAP und anderen Anbietern.                                               
Siehe auch:    ABAP   SAP   RFC   IDoc   Legacy-System-Migration-Workbench   SAP-DXWB   SAP-Web-Application-Server   SAP-Exchange-Infrastructure   


  Es wurden weitere Begriffe gefunden:


  Duet

Duet (ehemals: "Mendocino") ist eine Software, welche von SAP und Microsoft gemeinsam entwicklet wird und beide Welten verbinden soll. Dabei konkurriert  SAP mit Microsoft auf bestimmten Gebieten, denn SAP hat mit SAP Business One eine Mittelstandslösung im Programm. Den Mittelstand avisiert  Microsoft auch mit dem Zukauf von Navision. Duet soll Microsofts Office Anwendungen (ab Office 2003) und SAPs ERP Anwendung "mySAP" (ab mySAP ERP 2004) zusammenführen. Dafür stellt Duet gemeinsame Schnittstellen für MS-Office und mySAP für Active  Directory Service (ADS) zur Verfügung. Ziel ist es, Mitarbeitern in Firmen, welche mit den Office Produkten von Microsoft vertraut sind, nicht jedoch mit der SAP-Software, die Benutzung von wesentlichen SAP-Funktionen zu erleichtern.  Bei Firmen, welche SAP nicht durchgehend eingeführt haben, stellt dies eine wesentliche Entlastung im Arbeitsalltag dar. Zudem können auch Schulungskosten eingespart werden. Duet wird meist über Outlook aufgerufen und umfasst z. Zt. folgende Gebiete:  Budgetkontrolle, Zeitmanagement (synchronisiert und Updates mit mySAP ERP), Urlaubsmanagement, Organisationsmanagement, Berichte und Analysen (mit MS-Excel und Outlook), Bedarfsmanagement (Bearbeiten und Offline-Analyse von Excel-Sheets, Upload von  Excel-Sheets in das SAP SCM (Supply Chain Management) Bedarfsplanungsmodul), Reisemanagement, Verkaufsmanagement und Beschaffungsmanagement.  Duet ermöglicht dabei: die Synchronisation von Daten zwischen Microsoft Office und mySAP Anwendungen sowie den Offline Zugriff auf dieselben, kontextbezogene Einbindung von Daten für MS-Office Anwendungen, die Integration von Genehmigungsprozessen in  MS-Outlook, Zuverlässige Sicherheit für die Datenübertragung, SAP Alarmmitteilungen geliefert durch den Microsoft Outlook Posteingang und Ermächtigungen für den Datenzugriff kontrolliert durch SAP.                                         
Siehe auch:    SAP   ABAP   Microsoft   Microsoft-Office   Microsoft-Excel   OLE   ADS   
Link: http://www.duet.com